Klebstoff
Klebstoffe
Die meisten Produkte des täglichen Lebens bestehen aus mehreren Teilen und Materialien. Eine breite Palette an Klebstoffen, die in den letzten Jahrhunderten entwickelt wurden, halten diese zusammen und sind aus unseren heutigen Leben nicht mehr wegzudenken.
Klebstoffe - Allgemeines
Unter Kleben (nach DIN 16920) versteht man das meist unlösbare Verbinden/ Fügen zwischen gleichen oder verschiedenen Werkstoffen/ Materialien. Dies geschieht mit der Hilfe eines Klebstoffes, der zwischen beide Materialien eingebracht bzw. auf sie aufgetragen wird. Der aufgetragene Klebstoff härtet dabei, je nach Art des Klebers, physikalisch (entweichen des Lösungsmittels) oder durch eine chemische Reaktion (zwei chemische Stoffe reagieren miteinander). Dadurch wird erreicht, dass die Materialien zusammenhalten. Klebstoffverfahren begleiten die Menschen schon seit etwa 6000 Jahren. So klebten die Sumerer und Ägypter ihre Tempel mit Asphalt. Etwa 1500 v. Chr. nahmen die Ägypter tierische Leime für Furnierarbeiten. Die erste Leimfabrik wurde 1690 in Holland gegründet und das Zeitalter der Klebstoffe auf Basis synthetisch hergestellter Rohstoffe begann im Jahre 1909, als Leo Hendrik Baekeland (1863-1944) ein Verfahren zur Phenolharz-Härtung zum Patent anmeldete.
Klebstoffe - Art und Aufbau
Man unterscheidet beim Kleben zwischen physikalisch abbindenden Klebstoff und dem Kleben mit chemisch reagierenden Klebstoffen.
Physikalisch abbindende Klebstoffe
Nassklebstoffe: enthalten Lösungs- oder Dispersionsmittel. Sie werden überwiegend bei porösen Materialien verwandt, wie z.B. bei Holz, Pappe, Papier. Diese Klebstoffe werden nur auf ein Fügeteil aufgetragen und sofort zusammengeklebt. Die Haftung tritt nach dem Verdunsten des Lösungsmittels oder Wasser (als Trägersubstanz) ein. Beispiel für einen solchen Kleber sind: Klebestifte, Uhu-Alleskleber oder Holzleim.
Kontaktklebestoffe: hier tritt eine Soforthaltung ein, nach dem Auftragen des Klebstoffs auf beide Fügeteile unter Einhaltung einer Ablüftzeit sowie einen kurzen Anpressdruck. Verwandt wird dieser Klebstoff bei Werkstücken, die nach dem Kleben schnell weiterbearbeitet oder genutzt werden sollen. Solche Klebestoffe sind in Polyurethane, Uhu Kraft, an selbstklebenden Umschlägen und werden bei der Reparatur an Reifen- und Fahrradschläuchen verwendet.
Schmelzklebestoffe: Diese Klebstoffe sind frei von Lösungsmitteln und werden in der Form als Pulver, Netz, Stift (Klebepistole) oder Folie durch Erwärmung flüssig und wieder hart, wenn sie abgekühlt sind. Schmelzklebestoffe, wie bei der Heißklebepistole sind somit nicht für wärmeempfindliche Sachen geeignet. Angewendet wird dieser Klebstoff bei der Verarbeitung von Leder, Kunststoffen, Metallen u.s.w.
Haftklebstoffe: sind dauerhaft klebrig und nicht - aushärtend. Die wesentliche Anwendung dieser Klebstoffkategorie liegt auf dem Gebiet der ein- und doppelseitigen Klebebänder sowie der Haft- und Selbstklebeetiketten und Heftpflastern. Es gibt sie in wiederablösbarer Form und in permanent klebriger Ausstattung, wie z.B. Klebekissen, die sich auch sehr gut zum Fixieren von Klebeverbindungen bis zur Handfestigkeit eignen. Sie haften auf vielen Oberflächen auch bei Anwendung eines nur geringen Anpressdruckes.
Chemisch reagierende Klebestoffe Einkomponentenklebestoffe: benötigen einen 2. Reaktionskomponente wie zum Beispiel die Luftfeuchtigkeit (beim Sekundenkleber) oder das UV-Licht (bei Zahnarztklebstoffen). Sekundenkleber, der aus Cyanacylate besteht, sind sehr schnell reagierende Klebstoffe, die unter Luftabschluss mithilfe der Feuchtigkeitsspuren härtet, die auf jeder Luft ausgesetzten Oberfläche vorhanden sind.
Zwei - oder Mehrkomponentenklebstoffe: bestehen aus zwei oder mehreren Komponenten, die zu einem vorgeschriebenen Verhältnis gemischt werden. Die flüssigen oder pastenförmigen Klebstoffe härten in einer von der Temperatur abhängigen Zeit aus. Die zu klebenden Werkstücke müssen bis zum vollständigen Aushärten des Klebstoffs fixiert bzw. gepresst werden. Diese Klebstoffe eignen sich besonders für luftundurchlässige, dichte Materialien und sorgen für extrem beanspruchbare Verklebung. Mehrkomponentenklebstoffe werden sowohl als Kaltklebestoffe wie auch als Warmklebestoff angeboten.
Klebstoffe - Einsatzgebiete
Medizin (Zahnarzt, Knochenkleben), Büro/Haushalt (pro Kopf verbrauch 6 kg /Jahr), Industrie und Handwerk und Raumfahrtindustrie. Kleben verbindet die unterschiedlichsten Materialien miteinander, ersetzt Bohrungen und die dadurch entstehenden Schäden und verhindert Flüssigkeitsansammlungen zwischen den Fügeteilen und verhindert so die Korrosion.
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Aktualisiert: 14-Sep-2006